Jeden Tag flattern Mode-Bilder in mein Email-Fach. Erst kamen sie von der Berliner Fashion-Week, jetzt von den Pariser Herrenschauen. Darauf zu sehen: Laufstege mit bunten Kleidern, die „Hier“ zu rufen schauen. Gewollt wirkende Inszenierungen, die einfach nur fotografiert werden wollen. Blasierte Fashion-Editors, die den Modetakt nur zu gern schneller klopfen. Um Aufmerksamkeit heischende Bloggerinnen in seltsam herzlosen Outfits. Oder verkleidet aussehende Filmstars. Ich fühlte mich bald bleischwer und modemüde. Und ziemlich genervt. Wer soll das alles tragen? Warum muss das Kleid immer wieder neu erfunden werden? Wandert das Meiste dann eigentlich nach Gebrauch gleich in den Müll? So kurz scheint die Halbwertzeit eines Kleidungsstückes zu sein. In all das Elend platzte dann aber doch eine erfrischende Mail mit der Berliner Präsentation meiner beiden Freundinnen Johanna Perret und Tutia Schaad.

Models bei der Präsentation von Perret Schaad (Bild: Perret Schaad)

Die beiden zeigten neu aufgelegte Stücke aus ihrem Archiv. Seit sie ihr Label Perret Schaad (das stets als eine der besten Kollektionen der Berliner Modewoche gefeiert wird) 2009 gegründet haben, wollen sie Frauen elegant, lässig und intelligent anziehen. So dass eigentlich fast alle Stücke aus den Vorjahren mit neuen Teilen kombiniert werden können. „Iconic Pieces“, die für sich stehen und nicht jede Saison neu erfunden werden müssen. Die alltagstauglich und trotzdem schön und auf ruhige Weise aufregend sind. Johanna und Tutia haben einen Look geprägt für ganz verschiedenen Frauentypen und Altersklassen. Sie lassen ihre Entwürfe in Deutschland fertigen. Die Stoffe stammen aus der Schweiz und aus Italien.

Model Eva Padberg in Perret Schaad: Zeitlos gut!

Und immer sehen ihre Kundinnen toll aus auf den Bildern. Die Schnitte sind klar, aber dennoch weich und schmeichelnd. Die fließenden Materialien und schönen Farbflächen wirken immer besonders und raffiniert. Hier sind ein paar Bilder von der Schau, die wie ein Bild als „Bankett“ im Kronprinzenpalais inszeniert wurde. Kunstkenner fühlen sich natürlich sofort an die Anordnung von Leonoardos „Letztem Abendmahl“ erinnert. Die Anlehnung an ein so berühmtes Renaissance-Bild unterstricht die Zeitlosigkeit des Ganzen. Einfach gut gemacht. Und die schauspielernden Kundinnen, die als Gäste kamen, wirkten in ihren Outfits vollkommen authentisch. Well done. Diese Bilder machen nicht müde.

Die beiden Designerinnen (in der Mitte) und ihre Gäste – darunter Julia Malik (mit der maisgelben Hose), Katharina Schüttler (mit der großen braunen Tasche) und Anna Maria Mühe (im gelben Mantel).

Website von Perret Schaad