Überall kann man verweilen im „El Fenn“ (Bild: JVS)

„El Fenn“ ist so etwas wie die Villa Kunterbunt von Marrakesch, und das will in dieser Stadt etwas heißen. Marrakech wird wegen seiner braunroten Sandsteinmauern die „Rote Stadt“ genannt. In El Fenn aber findet man Wände in einem leuchtenden Tiefrot oder Sonnengelb, Betten in Schiaparelli-Pink, blaues Geschirr und gestreifte Berberdecken. Und in all der Fülle nirgends einen falschen oder störenden Farbton. Ich durfte in diesem schönen, großzügig angelegten Riad den Jahreswechsel verbringen, und ich würde jedem Marrakesch-Besucher zumindest ein Mittagessen auf der Dachterrasse hier empfehlen.

Es ist ein wunderbarer Platz. Vögel zwitschern, heißer Minztee steht bereit, und das frische, gesunde Essen hier schmeckt phantastisch. Auf der Terrasse kann man herrlich auf den Liegen und Sesseln herumlümmeln, mit Blick auf den kunstvoll gestalteten Turm der Koutubia-Moschee, dem Wahrzeichen von Marroko. Es gibt drei Innenhöfe und ebenso viele (kleinere) Pools zum Plantschen, einen schön ausgestatteten Laden und ein cooles Restaurant. Dazu lauter Plätze zum Verweilen – die Zeit scheint im „El Fenn“ langsamer zu gehen. Leider reizen die netten Frühstückskellner diesen Umstand manchmal etwas über Gebühr aus, aber das hilft auch dabei, den eigenen Optimierungswahn im Zaum zu halten.

Wir wohnten im „rosafarbenen“ Zimmer – die anderen Räume sind ähnlich schön (Bild: JVS).

An allen Wänden von „El Fenn“ hängen Kunstwerke. Darunter echte Meisterstücke, kein Wunder, denn die Gründerin des Hotels, Vanessa Branson, ist eine bekannte Kunstsammlerin. Branson hat zudem dafür gesorgt, dass bei der Gestaltung des Hotels mit lokalen Handwerkeren und ohne synthetische Materialien gearbeitet wurde. Das Essen ist saisonal und stammt zum Teil aus biologischem Anbau, das Wasser wird in nachfühlbaren Glasflaschen bereitgestellt, und zum Heizen für die kalten Winterabende nutzt man große Kamine. Nachhaltigkeit scheint im El Fenn eine Art natürliche Basis zu sein, nicht irgendein aufgesetzter Zierrart. Und wenn man dann aus der Tür dieses lässigen Hideaways tritt, taucht man sofort in den Trubel der Medina ein. Um später erschöpft wieder zurückzukehren und sofort ein „Zuhause“-Gefühl zu spüren. Wir kommen in jedem Fall wieder.

 

Website von El Fenn

Vanessa Branson über „El Fenn“