Noch tobt der Karneval, aber unaufhaltsam rückt die Fastenzeit heran. Eine gute Gelegenheit, innerlich und äußerlich zu „entrümpeln“. Und den ganzen Organismus einmal zu entlasten. Dass das noch nicht einmal ein Riesen-Opfer sein muss, habe ich vor ein paar Tagen bei einem Termin mit dem Berliner Sterne-Koch Tim Raue erleben dürfen. Er stellte in der hellen und schönen Erste-Liebe-Bar in Hamburg ein „Clean Eating-Menü“ vor. Das hat er für den auf gesundes Essen spezialisierten Lieferservice „Pure Delight“ kreiert. Ich konnte es einen Tag lang testen. Und es schmeckt phantastisch.

„Pure Delight“ hieß früher „Detox Delight“ und hat sich von Anfang an auf frisches natürliches, veganes Essen spezialisiert, das zudem laktose- und glutenfrei ist. Astrid Purzer, die Gründerin von „Detox Delight“ erzählte mir jetzt bei dem Termin, dass die Namensänderung wegen der häufigen Kritik an der Detox-Idee erfolgte. Viele Ernährungsmediziner verneinen nämlich, dass der Körper durch eine Ernährungsumstellung entgiftet. „Schlacken“ im Organismus gibt es demnach nicht. Andererseits wird immer deutlicher, dass Fasten einen heilenden Effekt hat. Und eine Kur mit leichterem gesunden Essen wird vielen helfen, sich insgesamt besser zu ernähren. Genau das ist auch Frau Purzers Ansatz. Die Kunden sollen sich besser und kraftvoller fühlen und dadurch motiviert werden. Die Säfte und Menüs werden jeden Tag frisch zubereitet, so dass möglichst viele Nährstoffe erhalten bleiben. Und dann bequem nach Hause geliefert.

Säfte von „Pure Delight“ – eine echte Köstlichkeit!

Ich habe vor ein paar Jahren mal eine der angebotenen Saftkuren gemacht, und danach ging es mir blendend. So leicht und frei war mir zumute. Zu Beginn der Kur allerdings litt ich an heftigen Kopfschmerzen – das ging zum Glück dann aber vorbei. Bei dem Menü von Tim Raue ist diese Gefahr nicht da. Es ist so nahrhaft, dass „Entzugserscheinungen“ ausbleiben. Morgens startet man zum Beispiel mit einem Porridge mit Johannisbeere und Haselnuss, später gibt es eine zuckerfreie Limonade. Mittags dann einen köstlichen Salat mit veganer Bernaise-Sauce, dann als Snack Cashew-Kerne mit Thai-Curry. Und zum Abendessen eine Kürbissuppe sowie gebackene Rote Bete mit einer weißen Zwiebelcreme.

Sal.at zum Mittagessen – perfekt in den Aromen abgestimmt

Raue ist auf eine perfekte Mischung von Aromen spezialisiert und stimmt alles unglaublich fein ab. Er erzählte mir, dass es einen riesigen Unterschied mache, ob man bei seiner Roten Bete etwa ein Buchweizenkorn mehr oder weniger hinzufüge. Nur absolute Genauigkeit führe zu absolutem Genuss. Diese Genauigkeit schmeckt man bei jedem der Gerichte. Nachteil des Ganzen: Die Müllmenge, die durch die Anlieferung produziert wird. Hier beteuerte Astrid Purzer zwar, dass so nachhaltig wie möglich gearbeitet werde. Wo sie könne, verwende sie Recycling-Material. Dies sei jedoch noch nicht überall möglich. Auch Bio-Plastik sei noch nicht so weit, dass man es für die Verpackung der Säfte verwenden könne. Insofern muss man sich wirklich gut überlegen, ob man mit so einer Kur die Umwelt belasten will. Andererseits macht man sie wahrscheinlich maximal einmal im Jahr, und durch das vegane Essen entlastet man natürlich die Umwelt auch. Denn Fleischkonsum ist wahrscheinlich genauso schädlich wie eine Plastikverpackung. Und auch wer selbst kocht, kauft allzu häufig noch – bei allen Vermeidungsstrategien – Nahrungsmittel in Plastikverpackungen. Also: Für eine Woche darf es sicher einmal sein. Und für den tollen Effekt lohnt sich auch der hohe Preis.

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